EKG - Ein Konstruktives Gespräch

Der Podcast für die Fach- und Funktionspflege
Since 12/2020 98 Episoden

97 - Rettungsdienst im Umbruch mit Janika Briegel

06.03.2026 49 min

Zusammenfassung & Show Notes

Carsten und Christian sprechen mit Janika Briegel – Oberärztin, Intensiv- und Notfallmedizinerin an der Uniklinik Tübingen – über den Wandel im deutschen Rettungsdienst. Wie viel dürfen und können Notfallsanitäter:innen heute eigenständig leisten? Wo liegen die Grenzen? Und warum gibt es für Notärzt:innen bis heute keine Fortbildungspflicht? Eine kritische und ehrliche Bestandsaufnahme eines Systems im Umbruch.

Shownotes

Weitere Shownotes

Transkript

Ja, einen wunderschönen Guten Abend, guten Tag, guten Morgen, guten Nachmittag, wann und wo auch immer ihr uns gerade zuhört. Ich. Ich begrüße euch zu einer neuen EKG-Podcastausgabe. Ein konstruktives Gespräch und mit mir am virtuellen Tisch sitzt der charmante, intelligente, gutaussehende und auch in Kinderbetreuungsangelegenheiten gut unterrichtete Kreis. Christian, hallo. Äh, buongiorno. Buongiorno. Und die charmante, intelligente, gutaussehende Jannica ist auch da. Hallo.
Janika
00:00:55
Hi in die Runde.
Carsten
00:00:58
Und diese Folge ist auch etwas ganz Besonderes wieder. Wir reden mit Jannica und sie ist Ärztin. Und das ist insofern erstmal was Besonderes. Wir haben das ja so mitbekommen. Der IKG geht langsam vom Kindergarten in die Grundschule. Wir haben auch andere Berufsgruppen, die mehr und mehr zu Wort kommen und natürlich auch Die sehr befreundete Berufsgruppe der Ärzte und Ärztinnen, und deswegen freue ich mich sehr, dass Jannika hier ist, weil wir kennen uns aus der Fachgesellschaft Und wir sind so übers Plaudern zu dem Thema gekommen. Ach komm, das ist auch nochmal so eine Folge wert. Wir unterhalten uns heute über Rettungsdienst, Rettungsdienst im Umbruch. Aber stell dich den Hören doch doch erstmal selber vor. Wer bist du? Wo kommst du her? Was machst du so?
Janika
00:01:44
Ja, gerne. Ich heiße Jannika Briegel, ich bin Internistin. Und intensiver Notfallmedizinerin. Und ich arbeite hauptberuflich jetzt seit diesem Jahr tatsächlich wieder auf der internistisch-neurologischen Intensivstation an der Uniklinik in Tübingen. Frisch als Oberärztin jetzt war das letzte Jahr in der Anästhesie auf der Intensivstation, war auch sehr spannend, haben dort auch sehr, sehr viel gelernt. Und ja, fahre als Notärztin sehr aktiv seit vielen Jahren auch hier im Kreis Tübingen als Notärztin und habe als Nebentätigkeit die Aufgabe als ärztliche Verantwortliche hier im Rettungsdienst. Das heißt beim DRK Tübingen auch. Genau, und wie du schon gesagt hast, bin ich auch bei der DGIN, bin dort die Sprecherin der young DGIN und auch jetzt in der relativ neu gegründeten AG der präklinischen Versorgung. Notfallversorgung. Deswegen freue ich mich auch sehr, dass wir heute über dieses Thema sprechen können zusammen.
Carsten
00:02:37
Und ich freue mich, dass du auch über die Fachgesellschaft dich sehr einbringst und ich muss das an dieser Stelle auch nochmal sehr lobend hervorheben. Ja, das ist der Werbeblock und manche können es nicht mehr hören, aber in dieser Fachgesellschaft sind alle gleich und gleichwertig. Ärzte, pflegende, therapeutische Berufe, aber auch Die Notfallsanitäter sind mehr als herzlich willkommen, Physician Assist. Und du stehst auch mit deiner Arbeit und den Kollegen in der Young Degin und auch in den anderen Arbeitsgruppen für Interprofessionalität. Und deswegen freue ich mich da auch sehr über diese Folge, weil auch gerade der Rettungsdienst ist ja sehr interprofessionell. Ich habe jetzt aber die erste Frage: Du sagtest, du bist ärztliche Verantwortliche. Jetzt komme ich aus Nordrhein-Westfalen, anderes Bundesland als Tübingen, auch wenn Tübingen kein Bundesland ist, das weiß ich natürlich. Bei uns heißt das ärztlicher Leiter Rettungsdienst.
Janika
00:03:25
Ist das dasselbe oder ist es was anderes? Nee, das ist tatsächlich was anderes. Also ärztliche verantwortliche Rettungsdienst ist eine Besonderheit in Baden-Württemberg. Also es gibt seit 2014 jetzt mittlerweile die neue Berufsgruppe der Notfallsanitäter. Das waren ja Diejenigen, die früher noch im Rettungsdienst tätig waren, waren es früher die Rettungsassistenten. Und im Rahmen von einem Notfallsanitäter-Gesetz wurden dann bestimmte Ausbildungsziele festgelegt. Das heißt Das sind heilkundliche Maßnahmen, die erlernt werden. Und die sollen dann von ärztlichen Verantwortlichen des Rettungsdienstes freigegeben werden. Das ist die Vorab-Delegation. Und das ist quasi meine Haupttätigkeit. In anderen Bundesländern übernimmt das zusätzlich noch der ärztliche Leiterrettungsdienst. Die gibt es bei uns auch. Aber wir haben hier in Baden-Württemberg die Besonderheit, dass wir gerade für diese Vorab-Delegation ein extra Tätigkeitsfeld aufgebaut haben. Und das heißt, was mache ich da genau? Ich überprüfe die Eignung und auch die Durchführung von den Vorabdelegationsmaßnahmen der Notfallsanitäter und Notfallsanitäterinnen. Das heißt, ich schau. Protokolle der Notfassanitäter, Sanitäterinnen durch. . Gib ihr dann auch Rückmeldungen, mach Fortbildungen, sowohl mit den fertigen Notzands als auch mit den Azubis. Und ja, von dem her an spannende Bereichen finde ich es eigentlich auch keine schlechte Lösung, so weil dadurch, dass wir dann vielleicht nicht ganz so viele Notfallsanitäter im Kreis bei uns dann haben. Kennt man die Leute natürlich dann auch nochmal etwas besser.
Carsten
00:04:46
Aber da habe ich gleich die erste Frage, weil, wenn ich jetzt höre, Delegation heilkundlicher Tätigkeiten, das gibt es natürlich schon immer, auch auf der Intensivstation und in anderen Bereichen. Wenn es jetzt zu rechtlich ist und du sagst, das weiß ich jetzt nicht, ist das nicht schlimm, sonst nur deine persönliche Einschätzung. Ich habe mal gelernt Bei der Delegation geht es darum, dass der jeweilige Facharzt, um auch den Facharztstandard zu gewährleisten, sich von der persönlichen Eignung überzeugen muss, wie du gerade gesagt hast, also nicht nur die persönliche, sondern auch das Handwerkliche. Jetzt machst du das aber für alle, du kennst dann alle, das heißt aber, du bist ja nicht jeden Tag 24. 7 der delegierende Facharzt oder Fachärztin in dem Fall. Sondern du machst das vorweg für andere Kollegen. Wie habt ihr das denn rechtssicher geregelt?
Janika
00:05:30
Nee, also das ist genau eigentlich, dass ich muss einfach sicherstellen, dass die Notverständlicher geeignet sind dafür. Also dafür gibt es ja dann auch extra das Notzeingesetz, das Es gab auch eine Phase, da war es nicht so ganz eindeutig mit der Rechtssicherheit und da gab es jetzt neue Gesetzanpassungen, auch mit dem Notferngesetz. Und dadurch haben die Notfassanitäter einfach doch etwas mehr Handlungsspielraum bekommen, mehr Rechtssicherheit bekommen. Und das heißt, meine Aufgabe ist einfach sicherzustellen, dass, also ich muss jeden Notfallsanitäter kennen, dass der Notfallsanitäter A geeignet ist dafür und muss natürlich auch die Qualitätskontrollen dann durchführen. Ich weiß nicht, ob das deine Frage beantwortet.
Carsten
00:06:04
Doch, doch, doch, das tut's, das tut's. Das entbindet jetzt aber nicht den jeweiligen diensthabenden Arzt, Ärztin davon. Auch nochmal selber genau hinzuschauen. Also kann er sich als einfach darauf verlassen, du hast die grundsätzliche Eignung festgestellt, dann passt das? Oder muss da der jeweilige Kollege, die Kollegin auch nochmal selber ein Augenmerk haben?
Janika
00:06:24
Also im Einsatz, also bei einem Einsatz, wo dann der Arzt natürlich auch vor Ort ist, dann ist der Arzt in dem Moment dann auch weisungsbefugt. Aber es gibt auch Notfallsituationen oder Einsätze, wir werden vielleicht nachher nochmal drauf kommen, die die Notfallsanitäter alleine machen. Das heißt, da gibt es keine Ärzte mehr vor Ort, die diese Szenarien, diese Krankheitsbilder mitversorgen. Das heißt, das ist eigenmächtig durch die Notfallsanitäter. Die Notfassanliter können das einfach dann selbstständig, diese Situation beherrschen. Also da brauchen sie keine ärztliche Delegation vor Ort. Die haben sie ja dann von mir davor schon bekommen.
Carsten
00:06:55
Gemacht haben die das aber doch schon immer, oder? Also Ich meine, das eigene und selbstständige Arbeiten und der Wagen fährt raus. Und früher, die die Folge von mir gehört haben, ich habe übrigens Fahrverbot im Rettungsdienst bekommen, liebe Jannica. Das nochmal so ein Schwank hört ihr die Folge mal an. Das ist, glaube ich, ganz interessant. Deswegen bin ich im Krankenhaus gelandet und nicht auf der Straße. Aber wenn das Auto rausfährt. klassisch, wo ich gefahren bin, der Rettungsassistent und ein Sanitäter. Wir haben immer gesagt, der Assistent und der Sanitäter, der Sanitäter hat seinen Assistenten, wie auch immer. Wir haben natürlich dann auch Ersteinschätzung, Erstversorgung gemacht und wir haben ja nicht immer auch einen Notarzt gebraucht. Auch ich habe das damals ja schon gelernt. Dass gewisse Maßnahmen eingeleitet werden. Haben wir uns da, ich sag mal, im rechtsfreien Raum bewegt? Ist das jetzt besser? Mal abgesehen davon, dass die Notfallsanitäter natürlich hundertmal besser ausgebildet sind. Als die zweijährige Ausbildung, aber es heißt hundertmal, es ist einfach fundiert, das ist eine Drijährige. Aber wie siehst du da diese Entwicklung? Was hat sich dadurch denn jetzt geändert und verbessert? Also wo liegt der Vorteil?
Janika
00:07:57
Ja, also es gibt schon einfach mehr Rechtssicherheit mittlerweile. Also gerade durch das Notsainngesetz haben die einfach mehr Möglichkeiten, rechtssicher auch Maßnahmen selbstständig durchzuführen. Und ich glaube schon, dass es früher zum Großteil noch eine Grauzone war, eine rechtliche Das hat sich zum einen durch die Vorabdelegation, aber auch durch das Notzehngesetz deutlich gebessert. Also ist auch die Frage, wie viel wurde denn früher von den Rettungsassistenten wirklich gemacht? Also gerade Medikamenten gabe, war ja da schon ein Eher zurückhaltend. Natürlich wurden es Einsätze auch Selbstständig durchgeführt, aber ich glaube, heutzutage wird doch deutlich mehr noch von den Notfassanitätern selbstständig übernommen. Aber da gibt es natürlich auch ganz große Unterschiede je nach Je nach Bereich. Also das ist ja in Deutschland sehr heterogen.
Carsten
00:08:36
Absolut. Und es war zu meiner Zeit so ein Riesenunterschied, war es die Stadt oder die Landrettung. Weil auf dem Land hast du auch im Rendezvous-System ewig gebraucht, bis jemand eingetroffen ist, da hast du weite Stellen alleine beherrschen müssen. Aber was du sagst, es ist natürlich nicht nur rechtssicherer, sondern auch ein höherer Qualitätsstandard, weil zum Beispiel dieses Arbeiten nach Leitsymptomatik, nach klaren SOPs, nach Algorithmen Das hat man eher intuitiv gemacht, informell gelernt und nicht in der Form, wie das jetzt auf den Rettungsdienstschulen beigebracht wird, ist zumindest meine Beobachtung. Und es sorgt nicht nur dafür, dass wir rechtssicherer sind, sondern ich meine auch eine qualitativ hörwertigere Versorgung bekommen. Und ich bin jetzt auch mal ganz frech Wir brauchen auch für alles nicht unbedingt immer einen Arzt, eine Ärztin. Und es geht nicht darum, dass wir jetzt kleiner Arzt spielen in dem Moment, sondern es geht ja darum. Die ärztliche Expertise als Ressource auch zu schonen? Oder wie siehst du das?
Janika
00:09:31
Ja, also definitiv. Es gibt ganz viel, was die Notfallsanitäter selbstständig Durchführen können. Also da gibt es mittlerweile ganz viele Krankheitsbilder, die sie einfach gut erlernen. Ich meine, das ist ja auch eine dreijährige Ausbildung, die die Notfassanitäter haben. Das heißt, man muss ganz ehrlich nehmen, drei Jahre Notfallmedizin, die machen ja nichts anderes. Im Vergleich zu einem Medizinstudium, bei dem natürlich ganz, ganz viele andere Sachen auch mitbehandelt werden. Ein frischgebackener Arzt oder Ärztin hat nicht die notfallmedizinische Kompetenzen wie ein Notfallsanität. Wäre jetzt meine persönliche Einschätzung. Und natürlich gibt es noch viele Szenarien, wo man doch noch den Notarzt braucht oder den Notärztin braucht, wo einfach bestimmte Kompetenzen benötigt sind, die man einfach auf der Straße auch nicht erlernen kann. Aber ja, die Ressource, Arzt, Ärztin zu schonen, ist natürlich schon auch ein ganz essentieller Teil davon. Also das ist deswegen Und das wird ja gelernt in den Schulen. Und solange sie das dann auch sicher anwenden können, denke ich, ist das schon auch der richtige Weg.
Carsten
00:10:25
Aber sind wir da jetzt Vorreiter oder Schlusslicht als Deutschland in Europa und in der Welt?
Janika
00:10:30
Schwierig zu vergleichen, weil wir haben ja ganz, also generell, wie es ja in vielen Bereichen ist, dass wir ja ganz unterschiedliche Systeme europaweit, also von der Ausbildung von Paramedics auch von viele Systeme haben ja überhaupt keinen Notarzt. Also, ich glaube, das zu vergleichen, ist schwierig, weil einfach die Systeme so unterschiedlich sind.
Carsten
00:10:48
Und womit ist es am ehesten vergleichbar? Also, du hast ja auch so ein bisschen einen Ein- und Ausblick, was um uns herum so passiert. Das deutsche System eher so, entwickeln wir uns Richtung Schweiz, Richtung Niederlande oder Richtung USA, wo die Paramedics wirklich komplett autark sind und nur noch Telemedizinisch nach meinem Kenntnisstand betreut werden.
Janika
00:11:09
Wahrscheinlich eher eine Mischung, würde ich behaupten. Also irgendwas dazwischen. Also ich glaube, ganz, also wie ich gerade schon angekündigt habe, ganz ohne ohne notärztliche, also dass wir die Notärzte komplett ersetzen. Ich glaube, das sollte nicht das Ziel sein, das sollte nicht der Standard sein, weil ja doch noch eine bestimmte Expertise vor Ort dann in bestimmten Szenarien notwendig ist. Aber ja, also ich glaube, irgendwas dazwischen, würde ich mal sagen. Aber ich meine, Schweiz hat ja auch, also die haben ja auch je nach, also ja, das ist auch abhängig natürlich von den verschiedenen Bereichen. Also ja, auch Österreich, Wien hat zum Beispiel auch eine sehr gute Notverrettung, soweit ich das mitbekommen habe.
Carsten
00:11:42
Das stimmt. Und jetzt haben wir immer die Rettung gesagt, du sagst, es gibt unterschiedliche Bereiche. Welche Bereiche gibt es denn? Also ich hätte jetzt mal also Ich persönlich, du weißt es, überblick natürlich ein paar Sachen. Ich war auch selber so ein bisschen in Richtung Hemscrew-Member-Ausbildung, um auch Rückholdienste zu machen oder mal ECMO-Transporte, aber gehört das zum Rettungsdienst? Ist das ein Bereich davon oder was meinst du mit unterschiedlichen Bereichen?
Janika
00:12:07
Ich meine eigentlich eher lokal unterschiedlich. Also es ist natürlich ein Unterschied. ob man im ländlichen Bereich, im städtischen Bereich, ob man auch allein schon die Bundesländer, das sind ja ganz unterschiedliche Vorgaben zum Teil auch. Wir haben ja zum Beispiel hier in Baden-Württemberg arbeiten wir mit den SAAs, also Standard Arbeitsanweisungen und SAA BPR, wie auch sechs andere Bundesländer. Das ist ja aber auch nicht flächendeckend so. Also da gibt es ja auch innerhalb von Deutschland sehr heterogene Das ist alles sehr heterogen.
Carsten
00:12:35
Aber warum ist das so? Ich meine, Notfall ist Notfall, oder? Also, ich meine jetzt von der Lokalität, nicht vom Krankheitsbild und Ablauf und Bergrettung ist anders als Ich sag, mein Kind, was verschluckt hat, ein Herzinfarkt in Berlin ist aber ein Herzinfarkt in Tübingen, bitte, von den Qualitätsanforderungen, oder?
Janika
00:12:54
Ja, also ich verstehe es auch nicht, warum das, also ja, ich verstehe schon, aber ich finde es auch schwierig. Das ist ja auch nicht nur innerhalb der Bundesländer unterschiedlich. Wir haben ja schon innerhalb von Tübingen Unterschiede. Ob wir jetzt mit einem NIF from DRK oder from ASB oder von Johannitern vereinen oder Maltesern, die sind alle unterschiedlich aufbaut. Es gibt zwar Ein Vom Lautbeschluss gibt es Vorgaben, was, also von einer Mindestausstattung, aber trotzdem ist alles noch etwas unterschiedlich und wir haben kein einheitliches System. Weder Bundesweit, also wie innerhalb von Baden-Württemberg schon, wie die Notarztqualität ist, wie die ausgebildet werden sollen. Auch die Notsunds, das ist natürlich dann Gleich, aber trotzdem gibt es generell nicht nur, was die Ausbildung angeht, sondern auch die Ausstattung ist sehr heterogen in Deutschland. Und das finde ich auch schon sehr schwierig.
Speaker 3
00:13:41
Also, du willst mir sagen, also, nee, Moment Ich kann nicht davon, also jeder Rettungsdienst, den ich da draußen so rumfahren sehe, je nachdem, was ja draufstehen hat, hat ja eine andere Ausstattung.
Janika
00:13:54
Also es gibt eine Mindestausstattung, also die ist vorgeschrieben, aber es gibt noch Unterschiede, was man noch oben drauf packt. Und auch wie die Rucksäcke einzeln aufgebaut sind, auch das ist unterschiedlich. Und das macht es tatsächlich sehr schwierig in den Einsätzen.
Speaker 3
00:14:06
Aber wenn alles da ist, ist er erstmal alles da. Ich muss wahrscheinlich immer neu suchen. Das ist wahrscheinlich so das Problem, oder?
Janika
00:14:12
Nee, es gibt schon auch Unterschiede mit den Medikamenten. Also es gibt auch Unterschiede, je nachdem, mit welcher Hilfsorganisation man fährt, es gibt auch manche Medikamente, die ja die eine Hilfsorganisation, die andere dafür nicht. Auch vom Material die Thorax Drainagen von der einen sind vielleicht doch noch mal andere wie die andere Hilfsorganisation oder das Notverkonyotomieset Und das macht es natürlich auch für uns Notärzte, die ja auch mit verschiedenen Hilfsorganisationen fahren, sehr schwierig.
Speaker 3
00:14:37
Und du weißt aber nicht, weshalb das so ist. Also, ich meine, es ist ja total naheliegend zu sagen, wir vereinheitlichen das damit einfach Vergiss es, vergiss es.
Carsten
00:14:47
Ja, aber woran liegt es denn? An Menschen, also Entschuldigung, ich muss dich einwenschen. Das ist sogar in Krankenhäusern so. Du kriegst es ja in keiner Anästhäsie. Also, Entschuldigung, wenn ich jetzt einem zu nahe trete, es gibt ein paar Ausnahmen, das weiß ich, aber. Overall kriegst du es ja nicht mal hin, dass alle Intensivstationen den gleichen Notfallwagen im gleichen Aufbau haben. Auch die Anästhesie-Arbeitsplätze, die die sogenannten Marquee-Wägen oder auch die Anderen Systeme. Es ist ja nicht so, dass in jeder Schublade der Uniklinik XY bei 34 Sälen in jedem Saal das Suprarenin oben rechts drin ist, zum Beispiel. Die Augenklinik behauptet, unten links ist besser. Und der HNO-OP sagt: brauchen wir nicht. Also, haben die drin super, weiß ich. Also, bevor wieder, es war jetzt mal ein plakatives Beispiel mit den Rucksäcken, ist auch so. Ob du als MET CCOT in der Klinik unterwegs bist und auch auf den Autos, also nur weil da ein roter Rucksack ist und nur weil da vielleicht auch Pax draufsteht Unbezahlte Werbung, bevor wieder einer vom Stuhl fällt. Ich mag die trotzdem. Ich habe die auch als private Taschen und Rucksäcke, halten ein Leben lang. Kann ich nicht einfach mit einem Rucksack arbeiten? Das macht mich wahnsinnig.
Speaker 3
00:15:51
Ich verstehe das total, dass das nicht überall vereinheitlich ist und dass es auch in kleinen Abgeschlossenen Einheiten vielleicht unterschiedlich ist. Aber hier ist ja ein größeres System. Also, ich meine, hier geht es ja darum, dass man schnell mal helfen muss. Und nicht mit einem festen Team, wo alle immer wissen, wo irgendwas liegt, die damit arbeiten können. sondern hier sind ja immer verschiedene Menschen in verschiedenen Situationen tätig. Und wenn dann jedes Mal erst das Gefrage losgeht, Ja, wie machen wir es jetzt? Oder was haben wir denn? Dann ist das doch Kacke. Also dann hat man doch, das ist doch Mist.
Janika
00:16:24
Ja, also das wäre tatsächlich auch eins meiner Wünsche, dass wir es irgendwann mal so weit kommen. Zumindest auch Innerhalb von Baden-Württemberg, innerhalb der Hilfsorganisation, das werden es so weit angleichen, dass ich genau weiß, was habe ich dabei, wo liegt das, wo steht das, das also Das wäre natürlich ein großer Vorteil für die Einsatz. Weil das sind ja eh schon, also gerade die sehr kritischen Einsätze, wo es wirklich drauf ankommt, das sind ja schon Extremsituationen. Und wir machen uns das ja in der Regel nochmal schwieriger, dadurch, dass wir dann. Also natürlich sollte man auf den, das ist dann auch die Eigenverantwortung der Notärzte, der Notärztinnen vor Ort, dass die sich auch damit auseinandersetzen. . . Was habe ich denn? Aber das ist natürlich trotzdem schwierig, wenn man mit vielen Hilfsorganisationen fährt.
Carsten
00:17:01
Und dann gibt es ja auch noch die Situation, also nehmen wir mal hier den Bereich Bond, den ich überblicke. Und damit alle beruhigt sind, vor Dienstbeginn checkt das Equipment. Man guckt immer, ob alles da ist. Und am Ende schaut man auch, dass man alles übergibt. Das ist so, ich sag mal, nicht ganz viel Augenprinzip über so ein Cross-Check-System. Das wird in Tübingen auch so sein, bin ich fest davon. Jetzt kann aber hier die Situation sein, dass du in Bonn fährst und bestellst einen Notarzt und dann sind aber alle Notärzte aus Bonn geblockt. Dann wird nachalarmiert aus dem Rhein-Sieg-Kreis, ist hier um die Ecke und dann kommt der aus Königswinter. Und dann hast du ein anderes Nev mit einer anderen Ausstattung. Du kannst halt nicht vor Dienstbeginn dich damit auseinandersetzen und reinschauen, was drin ist, weil du auch gar nicht damit gerechnet hast, dass die jetzt kommen. Und auf der anderen Seite, wenn das NEV, also Notarzt, Einsatzfahrzeug der Notarzt mit Fahrer und Fahrerinnen vorbeikommt, dann wissen die auch nicht, was bei den anderen auf dem Auto ist. Und wir reden nicht darüber, dass, ich sag mal, Bergrettung jetzt anders ist als Grubenrettung, aber ich unterstütze das, Janneka. Das muss man eigentlich vereinheitlichen, aber das. Ich glaube, Föderalismus Ist das Wort Föderalismus.
Speaker 3
00:18:05
Naja, aber wer hat denn Vorteile, wenn man es nicht vereinheitlicht? Die Frage muss ja immer gestellt werden. Wer hat denn einen Vorteil daran, wenn es so bleibt, wie es ist? Schätmann sagt, wir vereinheitlichen das. Da müssen ja zwangsläufig, also ich meine, das ist jetzt eine Unterstellung, aber zwangsläufig muss ja Irgendwo ein Interessenskonflikt vorliegen, weshalb man sagt, nee, wir machen das nicht, wir bleiben bei dem und dem, bei der und der Ausstattung. Anders kann ich es mir gar nicht vorstellen. Ansonsten hätte man doch nichts zu verlieren, zu sagen, ihr macht da, was ihr wollt, Hauptsache könnt ihr zu bearbeiten.
Janika
00:18:32
Ja, wahrscheinlich, das ist ja auch den eigenen einzelnen Hilfsorganisationen selber überlassen. Also ich glaube, innerhalb von einer Hilfsorganisation wäre es natürlich einfacher, das anzupassen. Er hat wahrscheinlich zum einen kostentechnische Gründe dann natürlich auch was, was verfügbar ist. Also wir wollten jetzt zum Beispiel ein bestimmtes Safety-Torax-Drainagenset bestellen. Das gibt es gerade nicht. Das heißt, wir müssen wieder ausweichen auf irgendwas anderes. Also Lieferingpässe sind tatsächlich auch eins von den Sachen, wo man immer wieder mal schauen muss. Also, ich glaube, dadurch kommen auch immer wieder mal Wechsel zustande. Und das dann immer durchgehend abzusprechen. Aber ja, wäre natürlich, also vor allem die Medikamente. Also es ist ja schon mal ein Fortschritt, dass man sagt, okay, es gibt eine Mindestausstattung. Das heißt, ich weiß, dass zumindest in Baden-Württemberg diese Sachen auf jeden Fall drauf sind. Aber ja, es wäre natürlich trotzdem schön, wenn es komplett einheitlich wäre.
Carsten
00:19:18
Und es sind immer diese Diskussionen, und das haben wir schon immer so gemacht, und jeder Bereich denkt, er weiß es aus seiner Erfahrung und dann hat jeder auch nochmal seine Story, warum in seinem Bereich und seinem Landkreis Unbedingt das jetzt so sein muss, weil vor 100 Jahren dieser eine Fall war, wo das gefehlt hat. Aber Mindestausstattung, mal so eine kleine unnützes Wissen und Anekdote aus Formenkreisen: Ich habe ja nicht nur Fahrverbot bekommen, ich habe ja auch mal einen Strafzettel bekommen. Im Rettungsdienst, weil ich auf dem RTW, der für einen Intensivtransport ausgerüstet war einen abgelaufenen Kfz-Verbandskasten hatte. Ich hatte alles da für den Intensivtransport, aber die Damen und Herren Ordnungssüter haben sich von der Mindesausstattung überzeugt und dazu gehört, dass ein Kfz-Verbandskasten da ist. Ich weiß nicht, wie es in Baden-Württemberg ist. Carsten hat die ja nicht vorzuweisen. Das haben die echt gemacht. Ja, das hatte natürlich Gründe, dass sie bis dahin gesucht und mich, die ich jetzt hier nicht näher ausführe, aber Das ist so gut. Ich war selber schuld, das muss ich an der Stelle sagen.
Speaker 3
00:20:23
Aber ich als Ordnungshüter würde mir doch komplett bescheuert vorkommen, abgelaufenen Verbandskasten irgendwie als Grund zu nehmen auf einem Rettungswagen. Das ist doch.
Carsten
00:20:33
Ich hab mich halt entsprechend benommen, sage ich ganz vorsichtig, und ich war jung. Ach, Carsten. Ja. Aber da History Spannend, Jannik, lasst uns nochmal, bevor wir in anekdotische Erzählungen kommen, du hast jetzt so schön gesagt, ihr habt eure Standards und die Ausbildung. Was darf jetzt der Notfallsanitäter, die Notfallsanitäterin bei euch in Tübingen konkret, was vorher vielleicht eine Grauzone war oder undenkbar?
Janika
00:20:58
Ja, also wir arbeiten, also generell nicht nur in Tübingen, das ist bei uns ja Baden-Württemberg weit, arbeiten wir mit Standardarbeitsanweisungen und Behandlungspfade. Habe ich vorhin mal kurz durchklingen lassen. Das ist Am Endeffekt auch, ja, es gibt eine Sechs-Länder-Gruppe. Das heißt, da gehört Baden-Württemberg, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen und Sachsen und Sachsen-Anhalt dazu. Und die haben quasi diese Arbeitsanweisungen und Behandlungspfade erstellt. Und damit können sie dann sehr viele Krankheitsbilder eigenständig machen. Das heißt, das sind zum Beispiel, ein ganz konkretes Beispiel wäre jetzt zum Beispiel die Analgesie. Also das wäre jetzt ein typisches Beispiel für die Vorab-Delegation. Das heißt, da gibt es in dieser SAA, BPR, den Behandlungspfad Schmerz. Und je nach Art und Ausprägung der Schmerzen gibt es halt verschiedene Anergetiken, die sie dann geben dürfen, zum Beispiel beim Trauma. Bei leichten Schmerzen, Paracetamolie V und bei starken Schmerzen Esketamin Midazulam oder jetzt auch neu die Opioide. Das heißt, neu, das wurde halt durch die Ergänzung des Betäubungsmittelsgesetzes jetzt möglich gemacht. Und Ja, und das wurde auch in den letzten oder in den meisten Bereichen dann auch umgesetzt, auch bei uns in Tübingen. Und das merken wir dann auch ganz eindeutig. Also die Zahlen auch von uns Notärzten, also die Notarzteinsätze, sind deutlich zurückgegangen, seitdem die Notfallsanitäter und Notfallsanitäterinnen die Analgesie alleine machen. Dazu brauchen sie uns eigentlich kaum noch um ehrlich zu sein.
Carsten
00:22:20
Das stimmt, aber wofür brauchen wir euch denn dann konkret? Also was würdest du jetzt sagen, sind Und es kommt immer drauf an, ist ja die Antwort, das weiß ich nur. Aber was sind jetzt so diese Kernkompetenzen, wo du sagst, da ist deiner Meinung nach auch in einem gut funktionierenden System auf Augenhöhe? Die fachärztliche Expertise unverzichtbar?
Janika
00:22:39
Ja, gibt es schon noch viele Bereiche. Ich meine, man muss ja sagen, die Notfallsanitäter haben zwar die dreijährige Ausbildung, wo sie ganz viel Notfallmedizin lernen, auch viele Maßnahmen lernen, aber Nur wenn man sie mal gelernt hat, heißt es ja auch nicht unbedingt, dass man diese Kompetenz dann beherrscht. Und das sind Bereiche wie zum Beispiel eine Atemwegsicherung. Das wird man nicht, also diese Kompetenz kann man nicht auf der Straße so erlernen, dass man diese Kompetenz beherrscht. Dafür wird man immer einen Notarzt oder eine Notärztin brauchen. Und das gleiche gilt auch für Kreislaufstabilisierung. Das heißt, eine Narkoseführung, Kreislaufstabilisierung, das lernt man nicht so einfach auf der Straße, das lernt man in der Anästhesie, das lernt man auf der Intensivstation, zum Teil auch in den Notaufnahmen. Aber das braucht ja auch Erfahrung. Und dafür sind die Einsätze einfach im Rettungsdienst einfach viel zu selten. Deswegen denke ich, dass die Notärzte werden nie komplett ersetzt werden, was ich auch nicht sinnvoll fände. Aber ich glaube trotzdem, dass die Notfallsanitäter zunehmend Kompetenzen selber auch kommen und Sachen erlernen, wo sie ganz viele Notfälle selber beherrschen können. Also hypertensive Notfälle fahre ich nicht mehr raus, die Hypoglykamin, die meisten COPD- oder Asthmaanfälle, Schlaganfälle auch schon lange nicht mehr. Und das ist doch gut so. Also dafür brauchen sie uns auch nicht.
Carsten
00:23:46
spart Zeit, bessere Versorgung gerade beim Schlaganfall. Das heißt aber, wenn ich es jetzt richtig übersetze, es geht jetzt, natürlich geht es um die ärztliche Kompetenz. Also jetzt nicht falsch verstehen, aber es geht darum, dass du als Fachärztin für Notfallmedizin, Intensivmedizin, innere Medizin in der Klinik regelmäßig mit Situationen zu tun hast, wodurch deine Skills durch Die Regelmäßigkeit und das Training erhalten bleiben, die du dann auf der Straße einsetzt und der Notfallsanitäter hat das durch die fehlende klinische Anbindung nicht. Habe ich das richtig verstanden?
Janika
00:24:15
Ja, also nicht nur, also zum einen ja, regelmäßig anwenden, das ist wichtig, aber natürlich auch lernen. Das ist ja auch, während unserer Facharztweiterbildung lernen wir ja auch. Genau. Diese Maßnahmen. Das sind ja viele Jahre, das sind ja dann fünf Jahre, die wir die wir brauchen, wo wir in eine klinische Erfahrung da sammeln. Und gerade wenn man dann im notfallmedizinischen Bereich ist, auch auf einer Intensivstation tätig ist. dann sind Sachen wie zum Beispiel eine NIF-Therapie ja tagtäglich. Das machen wir ja regelmäßig, das können wir, Atemwegsicherung, auch das macht man regelmäßig oder Narkosedurchführung. NIF ist auch eins von der Sachen, also NIF ist nicht invasive Ventilation, das ist eine Maskenbeatmung, das können oder dürfen die Notfassanitäter auch, da haben sie auch die Vorabdelegation. Und sagen wir mal so, ich denke, ein Patient, der regelmäßig eine NIF-Therapie bekommen hat, der das kennt, vielleicht ein COPD-Patient, da denke ich mal, wird der Notfassanitäter, Notfallsanitäterin. weniger Probleme haben, den Patienten zu versorgen. Aber jetzt zum Beispiel ein Patient, der im hypertensiven Lungenenteben ist, vielleicht panisch ist, dass das erste Mal ist, dass der diese Maske bekommt, da braucht man ganz viel Feingefühl und auch Erfahrung. Ich meine, das kennt ihr ja auch von der Intensivstation.
Carsten
00:25:17
Genau.
Janika
00:25:17
Das ist ja genauso. Das ist nicht immer einfach. Und das zu lernen, wenn man dann ein oder zweimal im Jahr eine NIF-Therapie macht, weiß ich nicht.
Carsten
00:25:26
Da bin ich völlig gerade beim NIF und jemanden da einzustellen, auch wenn jemand ich sag mal, da vielleicht schon Erfahrung hat. Aus Patientensicht ist ja diese Erfahrung, dass der COPD ganz anders funktioniert von der Lungenmechanik, als ich sage jetzt mal das ARDS. Nur, ich würde jetzt mal ganz ketzerisch sagen, dann lasst uns doch intensiv pflegen, damit nach Fachweiterbildung zehn Jahre Erfahrung nehmen, die Notfallsanitäter sind und halb in der Klinik und halb auf der Straße arbeiten, dann brauchen wir euch nicht mehr.
Janika
00:25:57
Du weißt, wie ich es meinte. Ja, ich weiß, was du meinst. Und ja, dann würde man uns wahrscheinlich noch weniger brauchen, da gebe ich dir schon recht. Aber auch da die Frage Artemic-Sicherung, Intubationen, regelmäßig, ja, auch die Frage, würde man uns überhaupt komplett ersetzen wollen? Ich meine, das ist ja auch schon schön, dass wir als Team zusammenarbeiten können. Und es ist ja oft gar nicht nur, dass man einfach noch mehr Kompetenz hat. Das natürlich auch. Aber man muss sich überlegen, oftmals ist man sonst, als wenn man allein auf dem RTW ist, ist man zu zweit dann dort. Das heißt, Allein schon kritisch kranke Patienten zu versorgen. Say es jemand mit einem Kreislaufinstabilität oder auch das Polytrauma oder die Reanimation. Zu zweit ist das super, also das kann man ja gar nicht adäquat managen. Das geht gar nicht. Das heißt, du brauchst allein schon mehr Manpower und Von dem her, ich denke, wir arbeiten super als Team zusammen außen. Ich glaube, dass das einfach mehr den Fokus einfach darauf setzen, okay, was können wir noch delegieren, was ist sinnvoll? Und das ist natürlich auch je nach Situation. Also ich glaube Der Notversanitäter muss einfach jede Situation nochmal individuell evaluieren, ob der Patient in dieser Situation gut zu versorgen ist. Oder ob man einfach mehr Kompetenzen, Safe Manpower, oder auch einfach fachliche Kompetenzen benötigt.
Carsten
00:27:09
Das ist super, dass du das sagst, weil da wollte ich drauf hinaus, auch in der Klinik, auch auf der Intensivstation, in der Anästhesie. Es ist ja so Natürlich kann ich mich jetzt breit hinstellen und sagen, ich komme sehr lange alleine aus, aber die Rückfall-Ebene ist sofort da. Du bist in drei Minuten auf dem Flur, wenn wir zusammen im Dienst sind, zum Beispiel. Das ist auf der Straße nicht so. Und das hat eine ganz andere Implikation. Auch wenn man zu zweit eine Situation handelt. Auf Intensivstationen, es ist immer noch mal ein anderer Kollege da, es ist eine andere Fachrichtung da. Und selbst der Intensivmediziner, die Intensivmedizinerin kann andere Fachgruppen hinzuziehen, wenn die Situation unklar ist. Deswegen brauchen wir ja auch, ich sage mal, das Krankenhaus und die Intensivstation. Und du hast es gerade schön herausgearbeitet Es geht auch mir nicht darum, Leute zu ersetzen, sondern es geht um diesen Teamgedanken und zusammen sind wir besser. Das ist ja wie beim Formel 1-Reifenwechsel. Jeder hat seine Aufgabe und ich sag mal, der Tankwart wird niemals den am vorderen rechten Reifen ersetzen. Wir brauchen beide. Ja, absolut. Wird das sich denn auch nochmal verschieben durch Telemedizin und Telenotarzt? Oder ich meine, macht ihr das überhaupt? Und was ist das?
Janika
00:28:15
Wir in Tübingen tatsächlich nicht. Also wir haben kein Telenotarzt-System, das Da müsste man zum einen die RTWs komplett umbauen und auch die Strukturen dafür schaffen. Und ja, bin ich auch mal gespannt, wie sich das entwickeln muss, um ehrlich zu sein, weil ich glaube, dass die Idee des Telenotarztes war sehr schick vor einigen Jahren. Ich bin mal gespannt, es wird ja immer mehr. Aber ja, dadurch, dass die Notfassanitäter und Notfassanitäterinnen so viel mehr Kompetenzen wirklich erlernen, ist die Frage, brauchen sie die fachliche Kompetenz oder die manuelle Fähigkeit der Notärzte vor Ort? Natürlich, Vinda, wenn der Notfassanitäter vor Ort einen Patienten hat, der instabil ist, dann brauche häufig auch manuelle Fähigkeiten. vom Notarzt. Oder gerade wenn er respiratorisch instabil ist, dann braucht jemanden, der den Atemweg sichern kann. Und da kann dein Telenotarzt natürlich dann in dem Moment nicht weiterhelfen. Von dem her, da bin ich sehr gespannt, wie das weitergeht. Und da vielleicht schon so ein bisschen, kann ich vielleicht auch Werbung machen für unseren Kongress in Berlin. Da haben wir nämlich auch eine Sitzung von unserer AG von der Präklinik und da wird die Pia Lebiz genau dieses Thema einmal darlegen. Sinn und Unsinn des Telenotarztes. Also, ich glaube, das wird ein ganz, ganz spannendes Thema. Von dem her kann ich auch dazu nur einladen.
Carsten
00:29:26
Packen wir in die Shownotes, also unsere Jahrestagung mit den Österreichern zusammen und ich sage jetzt mal ganz ketzerisch Ich glaube, dass man manchmal eine Artenwegssicherung auch telenotärztlich machen kann, weil ich habe mal einen super Vortrag dazu gehört und das war mir gar nicht klar. Ich weiß noch nicht, ob du das weißt. In Bremerhaven ist schon bevor wir über Leitlinie und Telenotarzt gesprochen haben, eine telemedizinische Leitzentrale gewesen. Weil die in Bremerhaven die Bohrinseln mitbetreuen und den Schiffsverkehr. Und es gibt dort auch Standardalgorithmen, wo ein Notarzt, eine Notärztin. Zwar in der Notfallmedizin ausgebildete Menschen, die dann auf der Bohrinsel sind, das sind nicht alles Notfallsanitäter, deswegen fabuliere ich da jetzt mal. schon auch anleitet, jetzt nicht die endotrachiale Intubation, aber zum Beispiel einen supraglottischen Atemweg nochmal anzuleiten, wenn man es halt nur ein-, zweimal vorher gemacht hat. Finde ich auch sehr spannend und herausfordernd, weil ich aus meiner Erfahrung manchmal ist es besser, man ist vor Ort und nicht wegen den manuellen Fähigkeiten, sondern ich entscheide häufig am Bildschirm und in einer Videoanalyse in einem Simulator anders, als wenn ich. rieche, höre, schmecke, fühle und irgendwie in der Situation bin. Oder wie geht dir das?
Janika
00:30:41
Ja, sehe ich aus. Und ich glaube, das Problem natürlich auch bei den Telenotärzten ist gerade oftmals auch so, dass es dann größere Kreise sind dann kennen sie ja auch die Kollegen vor Ort nicht. Das heißt auch die Frage, wem kann ich wie viel zutrauen. Und ich glaube, das ist ja auch vielleicht ein Punkt, der schwierig ist. Wenn man jemanden hat, der vielleicht noch relativ neues Berufsanfänger ist, kann man natürlich noch weniger oder andere Sachen Demjenigen zumuten. Ich glaube, dann bringt man vielleicht auch Leute dazu, Sachen machen zu müssen, wo sie sich einfach nicht sicher fühlen. Und da kann natürlich, falls dann doch was schief geht, auch Sache, Punkt Second Victims ist dann natürlich auch ein Punkt. Ja, ich glaube, wir wollen doch auch für uns, für unsere Angehörige, für unsere Patienten eine bestmögliche Versorgung haben. Das heißt, ich glaube, in Situationen, wo es keine andere Möglichkeit gibt, dann ja. Aber wenn wir die Möglichkeit haben, dass jemand das durchführt, dass gerade Hochrisiko-Sachen, wo doch auch was schief gehen kann, wo was passieren kann, dann würden wir doch alle wollen, dass man die bestmöglichste Therapie bekommt.
Carsten
00:31:38
Und das bestmögliche Team in dem Fall. Also dass wirklich alle da sind, weil es sind unterschiedliche Fertige und Fähigkeiten. Was mich aber auch zu der Frage bringt. Wie wird man denn Notärztin? Also, wie war's denn bei dir? Du wirst ja nicht als Notärztin aus der Arztsschule rausgespuckt.
Janika
00:31:55
Nee. Auch das, wie alles irgendwie sehr heterogen bundesweit. Also bei uns in Baden-Württemberg ist es tatsächlich so, dass man schon nach 24 Monaten Weiterbildung. Das heißt, zwei Jahre ist mal fertiger Arzt, Ärztin, muss dann zwei Jahre in der unmittelbaren Patientenversorgung, heißt es, also im stationären Bereich irgendwo gearbeitet haben. . Davon muss man sechs Monate in der Intensivmedizin oder in der Anästhesie oder in einer interdisziplinären zentralen Notaufnahme gearbeitet haben. was ich tatsächlich sehr wenig finde. Und danach sind das noch 80 Stunden Weiterbildungskurs und 50 Notarzeinsätze. Von den 50 Notarzeinsätzen kann man 25 Einsätze quasi als Simulationskurs machen, so ein standardisierte Simulationskurse. Und dann gibt es eigentlich nur noch Drichtzahlen bei zwei berechnen, also die, das ist ja auch ganz interessant, warum genau das rausgepickt wurde, aber die haben sich irgendwie festgelegt, dass die Notärztin, Notärztinnen fünf Repositionen von Frakturen und Luxationen, ja, die Indikation, Stellung und Durchführung gemacht haben müssen. Und bei der Atemwegsicherung, also endotracheale Intubation, sind es 50. Und ja, natürlich, wenn da ganz viele Handlungskompetenzen noch aufgelistet, was man alles beherrschen sollte. Aber das unter den Bedingungen oder den Voraussetzungen wirklich zu beherrschen, diese Kompetenzen wirklich zu erlernen. Im Nachhinein schwierig. Also gerade wenn ich jetzt zurückblicke, wie ich früher gefahren bin, da habe ich schon Bauchweh.
Carsten
00:33:18
Oh ja. Und die 50 endotrachealen Intubationen sind auch nicht in jedem Bundesland. Ich weiß, dass manche auch 40 haben oder liege ich da jetzt falsch?
Janika
00:33:25
Ich glaube auch, also ich bin zahlweise jetzt auch nicht genau, aber ich glaube auch nicht, dass es überall die 50 sind. Ja, und auch das 50 mal intubiert und dann muss man auch sagen, okay, wie playt man denn in Routine? Wir hatten nur 50 Mal intubiert.
Carsten
00:33:38
Sonst nicht 50 pro Jahr.
Janika
00:33:40
Nein, nein. Initial 50 und dann, genau. Es gibt keinerlei Fortbildungspflicht für einen Notarzt. Ab dem Punkt. Wenn man den Schein hat, kann man irgendwas machen, das überhaupt nichts mit der Notfallmedizin mehr zu tun hat und ist nicht verpflichtet, sich fortzubilden daran.
Carsten
00:33:54
Also selbst als Anästhesist muss ich doch Entschuldigt, also ich kann jetzt völlig falsch liegen, aber ich meine mich zu erinnern, dass wenn ich als Anästhesist eine längere Zeit nicht im OP gearbeitet habe oder auch in der, ich sage mal, irgendwie Narkose gemacht habe. Dann muss ich diese Skills erneut nachweisen gegenüber meinem leitenden Oberarzt. Und du willst mir jetzt sagen, einmal Notarzt immer Notarzt?
Janika
00:34:15
Ja, also bei uns in Baden-Württemberg so, ja. Es gibt natürlich von einzelnen Bereichen, die da ein bisschen Sag ich mal, doch genauer drauf schauen, wo sie sagen: Okay, in dem Bereich sind bestimmte Fortbildungspflichten Voraussetzungen, aber das ist nicht der Standard und das ist nicht überrascht so und Das finde ich auch schwierig. Ich finde auch allein die, also wenn wir darüber reden, ich meine, zwei Jahre nachdem man fertig ist, das Arzt. Und dann, wir haben ja innerklinisch eine Rückfall-Ebene. Das hat man, aber präklinisch hat man natürlich, man hat sein Team, klar, man hat sein Team, mit dem kann man zusammenarbeiten. Aber es gibt danach keine andere Instanz mehr. Und dafür sind wir einfach nicht gut genug ausgebildet als Notarzt, Notärztin.
Carsten
00:34:49
Aber selbst Notfallsanitäter haben Pflichtfortbildung.
Janika
00:34:52
Ja, also ich meine, wir haben natürlich unsere Fortbildungspflicht, wenn man als Facharzt tätig ist.
Carsten
00:34:56
Ja, dann muss man sich.
Janika
00:34:57
Aber du müsst ja nicht mal Facharzt sein, um Notarzt zu sein.
Carsten
00:35:01
Ist das der Grund, warum, darf ich das so sagen, in Baden-Württemberg man eher verstirbt, wenn man einen Notfall hat als in anderen Bundesländern? Da gibt es doch Zahlen zu.
Janika
00:35:11
Ich glaube, das ist in den anderen Bundesländern auch nicht so anders.
Carsten
00:35:15
Naja, aber ich sage, aber du weißt auch, was ich hinaus bin. Es gibt ja diese Statistik, je nachdem wo, aber das hat ja eher was mit der Alarmierungs- und Ankommenzeit zu tun, als mit der Kompetenz Hoffn
Janika
00:35:26
Oder auch damit zu tun. Ich glaube nicht, nein. Also genaue Gründe oder genaue Zahlen weiß ich dazu ehrlicherweise nicht, aber. Ja, aber das ist trotzdem, das ist natürlich was, das müssen wir. Wir haben jetzt die letzten zehn Jahre, 15 Jahre sehr viel mit den Notfallsanitätern beschäftigt, mit Kompetenzen der Notfallsanitäter. was die alles lernen können, was die alles. . Also die haben ja auch die Qualitätskontrolle. Ich schaue mir alle Protokolle. Jedes Mal, wenn ein Medikament gegeben wird, muss ich mir die Protokolle an. Oder schaue ich mir die Protokolle an. Also manche Bereiche auch stichpunktartig, aber trotzdem gibt es für Notarzte keine Kontrolle. Wir werden nicht kontrolliert. Und allein das finde ich. Ich hätte auch gerne manchmal eine Rückmeldung. Also klar, man kriegt dann sich eine Rückmeldung von den Kliniken holen. Aber es gibt keine gute Qualitätskontrolle bei uns, finde ich. Und das finde ich schwierig.
Carsten
00:36:10
Das finde ich auch, weil es geht ja nicht nur darum, anzuklagen so einem Motto, du Depp, sondern wie du gerade gesagt hast: einfach mal: ey, das war super, das war gut und bitte behalte das bei. So wie so ein Peers-System.
Janika
00:36:20
Also Qualitätskontrolle heißt ja nicht einfach nur Kontrolle, das heißt ja auch darum, dass wir ja besser werden. Es geht ja nicht darum, dass irgendjemand auf den Finger zeigt und sagt, du machst das schlecht, du machst das ab jetzt nicht mehr. Es geht darum, was können wir machen, was sollten wir machen, um besser zu werden. Und es geht um Patienten, es geht ja um hochkritische Situationen. Und gerade wenn man sich einmal anschaut, ich meine, die Notfallsanitäter machen ja immer mehr, immer mehr Einsätze selbstständig, wo dann die Notärzte nicht mehr dazukommen. Und das heißt, wo kommt denn noch Notarzt überhaupt noch dazu? Das sind das sind in der Regel mittlerweile dann kritischere Einsätze. Das wird immer mehr in die Richtung gehen. Und da braucht man natürlich auch jemanden, der diese Notfälle dann auch beherrscht.
Carsten
00:36:55
Aber ich komme jetzt gerade ins Stotteln, ich bin lange im Geschäft und trotzdem gerade schockiert, weil das würde ja bedeuten, also wenn ein Alarmierungszustand ist, Atemnot beim Kind Das wird wahrscheinlich etwas sein, wo immer eine Doppelalarmierung ist. Also Notfallsanitäter plus Notarzt. Oder würdest du sagen, das ist nicht immer so? Also beim Gerade Kind, also Kleinkind-Atemnot
Janika
00:37:16
Also je nachdem, wie ausgeprägt in der Regel, aber bei Kindern wird schon großzügiger denn Notarzt mit dazu rausgeschickt. Also wir haben in Baden-Württemberg einen Notarzt-Indikationskatalog, an dem halten sich die Leitstellen, da können Sie sehen. Viele Bereche haben auch standardisierte Notrufabfragen, wo es dann auch dann Vorschläge gibt, aber ja, in diese Kataloge wird dann sich ein bisschen entlang gehangelt, aber Ja, also bei Kindern wird schon eher großzügig noch der Notarzt dazugeschickt, aber auch da, je nachdem, was für ein was geschildert wird der Leitstelle.
Carsten
00:37:47
Das ist klar. Ich sage mal, Vorab Einschätzung, nur ich wollte jetzt darauf hinaus, was nützt es mir denn dann, wenn jemand, Entschuldigung, wenn ich das so deutlich sage, du bist fertiger Arzt. Zwei Jahre Berufserfahrung in den Bereichen, die du gerade gesagt hast. Da ist ja nicht mal zwingend, dass du mit pädiatrischen Fällen, geschweige deinen pädiatrischen Notfällen zu tun hast. Und dann ist es zwingend Voraussetzung, dass ein Arzt, eine Ärztin nachalarmiert wird, die dann nicht mal die Verpflichtung hat, außer ihrer eigenen Selbstverpflichtung sich fit zu halten. Ich bin gerade so ein bisschen platt.
Janika
00:38:19
Ja, das ist tatsächlich. Das heißt, es gab, das ist die Eigenverantwortung der Notärzte, man macht halt seine Palskurse, macht seine pädiatrischen Kurse noch dazu. Gerade auf der Divi gab es einige echt gute Kurse, aber Das ist in der Eigenverantwortung der Notärztinnen und Notärztinnen. Und das ist nicht keine, also in vielen Bereichen keine Voraussetzung. Und das, finde ich, ist ein Problem. Wir haben in Tübingen eine Besonderheit, das wollte ich noch sagen, das, was echt, wo ich sehr dankbar bin, was auch, was wir echt, echt. Gut ist es, wir haben auch noch Kindernotärzte. Das heißt, bei ganz kritisch kranken Kindern wird noch die Kindernotärztin zugeschickt, aber halt auch nur bei uns im Kreis. Das heißt, außerhalb vom Kreis dann schon wieder nicht.
Carsten
00:38:54
Haben wir hier auch, ich wollte nur sagen, diese Eigenverantwortung, die mit Sicherheit gegeben ist, und die meisten werden das Bestmögliche tun und sich fit halten, also sollen nicht falsch rüberkommen. Ich möchte hier kein Bashing machen. Heißt aber auch Dass es selbst finanziert ist, weil aus meiner Erfahrung ist es so, wenn es eine Verpflichtung gibt, wird irgendjemand die Suppe bezahlen, weil ist ja bestellt, aber in dem Moment. Die Kurse zahlst du selber, oder nicht?
Janika
00:39:16
Ja, klar. Also wie viele tausend Euro man als Arzt jährlich hinlegen muss für seine eigenen Fortbildungen. Gerade im rettungsdienstlichen Bereich, also das übernimmt niemand, das macht man alles selber.
Carsten
00:39:26
Und das Equipment, also ich weiß nur aus meiner Zeit, also ich habe zwar Schuhe gestellt bekommen, aber alle anderen Goodies, sei es irgendwelche Holster oder die Private Paxtasche, was auch immer, das kommt ja auch noch oben drauf, ne?
Janika
00:39:37
Ja, ja, klar. Das muss man alles auch selber finanzieren. Also Klamotten kriegt man zum Teil von der Klinik dann gestellt, je nachdem, von wem man fährt. Aber ja, das schon, aber Was du halt sonst noch mitnimmst, das natürlich musst du natürlich selber. Oder wenn du jetzt, sag ich mal, in anderen Kreisen zum Teil fährst. Aber das ist ja dann eh oft freiberuflich. Von dem her, da ist es, denke ich, auch okay, dann, dass man das dann selber. Selber besorgt.
Carsten
00:39:58
Ich bin gerade verwundert, dass Christian die ganze Zeit so ruhig ist. Normalerweise müsste der jetzt schon Alarm schreien bei diesen Situationen.
Speaker 3
00:40:04
Na, ich habe tatsächlich. Schockiert mich. Nach dem Thema vorhin wundert mich eigentlich nichts mehr, aber ich habe die ganze Zeit eine Frage im Kopf, die mich umtreibt. Und zwar die sich verändernde demografische Entwicklung. Man kann es ja gar nicht mehr hören. Aber wir haben ja sicherlich auch ein Nachwuchsproblem in diesem Bereich. Und ich frage mich, wie ist denn die Zukunft des Rettungsdienstes so gestrickt? Also Ist abzusehen, dass es da zukünftig zu Veränderungen kommt, vielleicht zu längeren Wartezeiten oder dass man grundsätzlich das anders strukturieren muss oder so, weil Das ist ja schon ein Problem, wenn das Personal plötzlich fehlt, oder?
Janika
00:40:42
Ja, klar, natürlich. Das wird, glaube ich, ja überall, also das generell im Gesundheitswesen, irgendwann mal zu Probleme kommen. Ich glaube Das wird sich jetzt ja eh verändern von den Notarseinsätzen. Die Notarzeinsätze gehen deutlich zurück. Also bin ich allein schon, ich habe bei uns jetzt mal die Zahlen angeschaut. Die haben sich, also in den letzten zwei, drei Jahren sind die deutlich zurückgegangen. Da waren wir jetzt 2021 zum Beispiel noch bei 4600 Notarztinsätze, 25 sind es jetzt nur noch 3300 gewesen. Also das geht schon zurück. Das heißt schon die Frage, brauchen wir wirklich noch so viele Notärzte oder vielleicht einfach doch etwas weniger, aber besser ausgebildet? Ja, ich glaube, das wird sich auch in der Zukunft, in der Zukunft nochmal zeigen. Aber ich glaube, da wird sich auch noch einiges tun. Aber wir kriegen auch Probleme mit der Ausbildung der Notärzte, weil wir natürlich sagen, okay, wir wollen mehr mehr Anforderungen stellen, die sollen mehr Erfahrung sammeln, die können ja immer weniger fahren, weil die Notfallsanitäter machen immer mehr selbstständig. Das heißt, die kommen ja gar nicht mehr auf ihre Fahrten, auf ihre Erfahrung. Und wenn sie dann halt in der Regel sind, das ja Die Notarzttätigkeit ist für die meisten ja ein Nebenjob. Das heißt, die sind hauptsächlich in den Kliniken angestellt und fahren nebenbei noch Notarzt. Das heißt Diese Routine, die man vielleicht früher bekommen hat, das heute noch zu bekommen, ist deutlich schwieriger.
Speaker 3
00:41:57
Ich hatte mal einen Hausarzt, der war Notarzt. Und wenn man da im Wartezimmer gesessen hat, dann war der einfach mal nicht da. Dann heißt es, ja, der war unterwegs, der ist unterwegs beim Notfall. Dann dachte ich auch, okay, also. Ist jetzt eine komische Verquickung von Dingen, aber ich meine, Notfall hat Vorrang. . Völlig okay, aber irgendwie fand ich das komisch, weil ich so denke, hey, jetzt warte ich hier zwei Stunden länger.
Janika
00:42:20
Also kenne ich auch noch. Ich kenne auch noch die Zeiten, wo die Notärzte daheim abgeholt wurden. Das ist auch nicht mehr der Stand, aber genau, kenne ich auch noch, dass man die Notärzte einfach daheim abgeholt hat.
Carsten
00:42:29
Wobei, also ich weiß jetzt nicht, ob es wirklich ein Notartsystem ist, aber zumindest für die hausärztliche Notfallversorgung muss jeder mit einem KV-Sitz regelmäßig auch zur Verfügung stehen. Auch wenn es nicht sein Fachgebiet ist. Also, wenn du einen KV-Sitz als Hautarzt hast, bist du in einer hausärztlichen Notdienstversorgung mit drin. Finde ich auch an der einen oder anderen Stelle skurril, während andere sich, ich sage jetzt mal, drumreißen würden, weil es deren Fachexpertise ist.
Speaker 3
00:42:53
Aber doch nicht mit dem X5. vor der Tür, wo Lotarzt draufsteht.
Janika
00:42:56
Nee.
Carsten
00:42:57
Nein, nein, nein, das nicht. Nein. Das ist auch der private X5 gewesen, bestimmt.
Speaker 3
00:43:04
Der hat er aber gut lackiert, würde ich jetzt so nicht sagen. Hast du eigentlich ein Blaulicht, Jannica?
Janika
00:43:09
Ein eigenes Blaulicht, ne? Ein eigenes Blaulicht. Nein, nein. Warum hast du ein bisschen?
Speaker 3
00:43:16
Das hast du damals mitgenommen. Entschuldigung, ich bin nicht rausgeflogen.
Carsten
00:43:22
Nein, nein, nicht rausgeflogen. Ich habe erst ein Fahrverbot bekommen. Ich durfte. Ich durfte nicht mehr Fahrer sein, ich durfte aber Transportführer sein. Blaulicht nehme ich mir mit. Es ist ein Blaulicht aus den 60er Jahren von einem VW-Bully, einer der ersten Krankenwagensysteme in Deutschland. Und das habe ich vom Schrottplatz und steht auf dem Schreibtisch, keine Sorge, ich habe nichts, was ich im Auto habe und mir aufs Dach klemme. So bekloppt bin ich nicht. Jetzt haben wir ganz viel erzählt und wir sind langsam am Ende der Zeit angekommen, aber ich möchte noch einen Punkt machen. Du kannst aber auch sagen, rede ich nicht drüber mit euch an dieser Stelle. Weil du vorhin gesagt hast, nicht alle Notärzte und Ärztinnen sind Fachärzte, wie siehst du denn die Notwendigkeit eines speziellen Facharztes für Notfall-Intensivmedizin oder sagst du, das machen wir jetzt nicht auf?
Janika
00:44:08
Das ist immer ein schwieriges Thema. Also die Frage, also das ist, glaube ich, nochmal ein ganz anderes Thema. Bei der Diskussion im Facharzt für Notfizin geht es ja vor allem auch um ein klinische Setting. Das heißt, für die Notaufnahmen Ich denke, das ist ein Thema. Das muss man, also eine Professionalisierung der Notfallmedizin, denke ich, ist absolut notwendig. Da hatten wir auch von der Young DGN eine Stellungnahme dazu geschrieben. Die können wir vielleicht ja auch. Anhängender. Genau, da hatten wir uns auch nochmal dazu positioniert, wie wir das sehen. Ich denke aber für die Präglinie, das muss man nochmal individuell anschauen. Aber ich glaube, da muss unbedingt was gemacht werden. Also, das muss auch professionalisiert werden. Da muss es auch, die Anforderungen müssen angepasst werden. Es muss eine Fortbildungspflicht geben. Und wir müssen einfach auch den, gerade den, den Notärzten, den jungen Notärzten, Notärztinnen auch die Möglichkeit geben, sich wirklich gut auszubilden darin. Und oder Forts oder Welt zu bilden darin und das ist halt aktuell auch einfach nicht der Stand. Und das finde ich schwierig, weil wir auch für die jungen Kollegen, die dann außen Fahren, das sind ja Extremsituationen zum Teil. Und ich kann mich selber noch daran erinnern, wie ich mich gefühlt habe, bis ich meine erste Fahrtin alleine hatte. Da ist man aufgeregt. Und da weiß man halt genau, ja, man hat sein Team und ich hatte sehr Glück, ich hatte sehr erfahrende Teams. Aber denn man steht ja trotzdem am Ende mit der Verantwortung alleine da. Und ich glaube, da schulden wir auch diesen jungen Kollegen, dass wir die Bedingungen, die Rahmenbedingungen da einfach verbessern.
Carsten
00:45:30
Was war denn dein schönstes Erlebnis als Notärztin?
Janika
00:45:33
Hm. Mein schönstes Erlebnis. Ich habe viele Geburten gemacht, tatsächlich nicht im Notarzt. Also ich habe im Ausland sehr viele Geburten gemacht, das waren sehr schöne Erlebnisse. Aber im Notarztwesen hatte ich noch nie eine Geburt. Die waren immer entweder schon da oder hat es halt noch gereicht bis in die Klinik. Ich überlege gerade mein schönstes Erlebnis. Ich hatte viele schöne Erlebnisse. Es gibt viele spannende Erlebnisse, habe ich ja auch schöne Erlebnisse. Einfach auch, wenn man Patienten einfach direkt helfen, man sieht denen an, dass die, dass man jetzt eine Maßnahme macht. Ja, die Dankbarkeit, sag ich mir jetzt auch bei einer supraventrikulären Tachykardie, ist ja auch schon was Nettes, wenn es den Patienten dann super schnell durch die Maßnahmen wieder top geht und denkt, oh wow, was habt ihr gemacht? Super. Ja, das sind auch so Kleinigkeiten, aber Ja, ich denke trotzdem auch schwierige Situationen, wenn man danach sagen kann, als Team hat man diese schwierige Situation gemeinsam gut gemeistert und vielleicht ein Leben damit gerettet oder hat auch ein Leben damit gerettet. Das sind schon noch auch. für das Team, für einen selber dann auch ein schönes Gefühl zu sagen, okay, ich weiß, warum ich diese Arbeit mache. Aber gerade für uns ist es ja auch schön, wenn wir die Patienten noch nachbetreuen, noch auf der Intensivstation vielleicht noch sieht. Und danach dann einfach noch mitkriegt, okay, wie ging es denn weiter, wie war das Outcome, auch Reanimationen, wenn man danach sieht, die Patienten wurden entlassen ohne neurologisches Defizit, das ist natürlich schön.
Carsten
00:46:50
Es sind so schöne Schlussworte und ich musste jetzt schmunzeln und lachen, weil ich glaube, wenn man nicht in unserem Bereich arbeitet, kann man gerade schwer nachvollziehen. Mit welcher Imbrunst, aber auch Empathie und Feuer. Und ich sehe quasi das Leuchten in deinen Augen vor mir, weil ich dich schon oft mit diesen Leuchtenden Augen habe, argumentieren, dass der Notfall dann doch auch erfüllend sein kann in dem Sinne, ich habe eine Selbstwirkung, ohne dass ich mich da auf den Sockel stelle und verherrlichen möchte. Wir haben einfach Bock auf das, was wir machen und das ist gerade so richtig schön rübergekommen. Und das war so ein bisschen warm ums Herz für mich gerade. Vielen Dank dafür.
Janika
00:47:31
Ja. Also ich liebe meinen Job, muss ich ganz ehrlich sagen. Also, ich glaube, es gibt wenig, wenig Jobs, die, ja, ich könnte mir nichts anderes vorstellen.
Carsten
00:47:38
Und mir geht es mit meinem Job genauso und deswegen brauchen wir das Team. Und an der Stelle. Würde ich sagen, liebe Jannika, ich lade dich sehr gerne nochmal ein. Ich habe schon mitbekommen, wir haben noch verschiedene Themen, die wir irgendwann mal ansprechen müssen. Ich lade alle ein, auf die Jahrestagung zu kommen. Du bist eine Person zum Ansprechen und du bist jemand, mit dem man wirklich sehr, sehr gut auf allen Ebenen kommunizieren und arbeiten kann. Und deswegen danke ich dir sehr für deine Zeit und dieses sehr konstruktive Gespräch. Und ich fand es wundervoll.
Janika
00:48:07
Ja, vielen Dank euch beiden. Also ich war gerne dabei, hat mich sehr gefreut, wenn es ein Thema ist, was ich super spannend finde. Und ja, gerne, gerne nochmal.
Carsten
00:48:14
In dem Sinne wünsche ich allen einen wunderschönen Resttag, Restmorgen oder Restabend, wann und wo auch immer ihr uns gerade zuhört. Passt auf euch auf und habt nette Menschen um euch rum. Tschüss. Cheese.

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